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The Taste of Money - Film-Kritik - von Manfred Selzer

글쓴이 : 유럽리포트 날짜 : 2013-09-17 (화) 15:05 조회 : 4402
Story: Baek Geum-Ok (Yoon Yeo-jeong) ist die Verwalterin eines gewaltigen Vermögens, das ihre Familie zu einer der reichsten Koreas macht. Ihr Mann Yoon (Baek Yun-shik) hat sie nur wegen ihres Geldes geheiratet und lebt schon seit Jahrzehnten mit ihr zusammen. Oft genug hat sie über seine Seitensprünge hinweggesehen, aber nun hat er ein Verhältnis mit dem Hausmädchen Eva (Maui Taylor) und es scheint sich um eine ernste Sache zu handeln. Der Sohn Baeks, Cheol (On Joo-wan), befindet sich währenddessen in einer rechtlich schwierigen Lage, da er illegalen Geschäften nachgeht, doch das ist nichts, was Geld an die richtige Person gezahlt nicht wieder in Ordnung bringen könnte. Mitten in den fragwürdigen Geschäften und Geheimnissen um Seitensprünge ist der Angestellte Joo Yeong-jak (Kim Kang-woo) gefangen. Es muss feststellen, dass auch er kurz davor ist, von dem Geld der Familie korrumpiert zu werden. Yoon möchte seine Frau und die ganze Falschheit dieser Familie hinter sich lassen, doch da Joo für Baek arbeitet, darf er das nicht zulassen. Gleichzeitig hat die Tochter Baeks, Na-mi (Kim Hyo-jin), ein Auge auf den Angestellten geworfen.

Kritik: Geld alleine macht nicht glücklich, schafft sogar innere Leere, korrumpiert und wischt die Güte des Menschen hinweg. Das ist uns alles wohlbekannt, doch nur die wenigstens von uns sollten jemals so viel Geld besitzen, dass dies tatsächlich eines unserer Probleme werden könnte. Anders sieht es für die Familie, die in "The Taste of Money" porträtiert wird, aus. In wunderschön komponierten Bildern zeichnet Regisseur Lim Sang-soo eine Familie voller interessanter Charaktere. Dabei gibt Lim sein ganz eigenes Tempo vor und hält sich nur an die wenigsten Filmregeln. Das macht den Film undurchschaubar und spannend, zumal man mit der Zeit durchaus emotional an ein paar der Charaktere gebunden ist, gleichzeitig stellt es aber spätestens gegen Ende die größte Schwäche des Films dar.

Leider erweist sich am Ende auch, dass das Drehbuch zu "The Taste of Money" nicht bis zuletzt durchdacht worden ist. Schon während der Einleitung werden immer wieder Geschäfte abgeschlossen, bei denen Milliarden herumgeschoben werden, doch die Details fehlen, alles bleibt etwas unüberschaubar. Der Sohn der Familie landet immer wieder im Gefängnis und wird herausgekauft, dann gibt es noch einen ausländischen Geschäftsmann - gespielt von Darcy Paquet, Betreiber der von Filmfans Koreas allseits bekannten Webseite koreanfilm.org, der hier eine gute Figur abgibt! -, welcher mit ihm gemeinsame Sache macht, aber dies ist ebenfalls eine Nebengeschichte, deren Auflösung etwas enttäuschend ist. Am Schluss wird der Zuschauer mit zu vielen losen Enden zurückgelassen. Es könnte zwar angemerkt werden, dass Regisseur Lim lediglich einen kurzen Ausschnitt aus dem Leben einer superreichen Familie zeigen wollte, aber auch dann bleibt zumindest das Ende äußerst befremdlich.

Tatsächlich geht das sogar so weit, dass ich raten würde, die letzten fünf Minuten des Films nicht zu sehen. Dann hat man durchaus einen runderen Abschluss. Letztlich fragt man sich dank des Endes, was der Film eigentlich will. Hier scheint ein klarer Fall von unterstellter Tiefgründigkeit vorzuliegen. "The Taste of Money" ist mehr Schein als Sein, genauso wie die Familie, um die es geht. Die Botschaft des Films ist keineswegs so tiefgründig, wie man uns weißmachen will, es geht letzten Endes um die Macht des Geldes, der sich jeder geschlagen geben muss. Gerade Südkorea ist ein Land, das einige korrupte Politiker besitzt, und es scheint fast ausschließlich darum zu gehen, so viel Geld wie möglich zu verdienen. Eine wahre Ellbogengesellschaft. Aber ist uns damit irgendetwas Neues gesagt?

 Ausnahmen bestätigen zum Glück die Regel. Der Ehemann, wieder einmal großartig gespielt von Baek Yun-shik ("Save the Green Planet"), verliebt sich in das Hausmädchen und erkennt, was die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind. Die Tochter der Familie scheint merkwürdigerweise weitestgehend immun gegenüber dem Reiz des Geldes zu sein und stellt damit neben dem Hauptcharakter eine der wenigen Personen dar, mit denen man sich identifizieren kann. Dann gibt es auch noch das Hausmädchen Eva, das zu jeder Zeit liebenswert ist und vor allem ihre Kinder auf den Philippinen versorgt wissen will. Es bleibt schwierig auszumachen, ob sie Yoon wirklich liebt. Eigentlicher Hauptcharakter ist der Angestellte, gespielt von Kim Kang-woo ("A Better Tomorrow"), der seinen Job immer treu ausführt und sich daher sogar vergewaltigen lässt. Eine interessante Szene... Doch irgendwann muss selbstverständlich auch er in einen Gewissenskonflikt geraten.
Wie es sich für einen Film gehört, der sich um Geld dreht, spielt auch Sex eine Rolle und es gibt hin und wieder ein paar kurze ästhetisch ansprechende Szenen zu sehen, allerdings hält sich der Film angemessen zurück. Großes Plus des Dramas ist das Schauspiel, allen voran das von Yoon Yeo-jeong als berechnende und intrigierende Chefin des Familienimperiums. Darüberhinaus sind die Bilder wunderschön anzusehen. Technisch gibt es hier nirgendwo etwas auszusetzen. Trotz sehr interessanter Personen ist das Drehbuch aber etwas zu unfokussiert ausgefallen und doch etwas flacher als erwartet. Damit ist "The Taste of Money" nicht das Meisterwerk, das es vielleicht hätte werden können.

(Autor: Manfred Selzer: mit Genehmigung aus www.asianmovieweb.com/de/hom)